Heute ist wieder Blognacht von Anna Koschinski, die 69. Ich mag es, gemeinsam zu bloggen und eine gemeinsame worktime zu haben. Immer wieder freue ich mich, dabei zu sein. Danke für die tolle Gelegenheit.

Das Thema ist lustig: Man gönnt sich ja sonst nix! Klingt chic, ist chic.

Bin ich im Mangel?

Es könnte sein, dass ich gerade zu wenig habe? Oder gefühlt ist es zu wenig! Mein Wunsch wäre es, mehr zu haben, was aber nicht da ist. Ich will aber etwas haben oder kaufen. Mir etwas Spezielles leisten, das ich mir nicht leisten kann. Das macht Frust und schlechte Laune. Das Gefühl, das bleibt ist, es geht nicht sprich Mangel.

Daraus könnte ein trotziges Gefühl entstehen, aus dem heraus ich enscheide, das Gewünschte dennoch zu bekommen oder zu erleben. Ich tue es, ohne es leisten zu können.

Man gönnt sich ja sonst nix! hat für eine Komponente, die kindlich ist, trotzig, aufmüpfig. Die zeigt, dass es mir egal ist, wie die tatsächliche Situation ist. Ich mach`s trotzdem.

Manchmal ist die Freude groß. Manchmal gibt es hinterher ein böses Erwachen. Denn eigentlich!!!! war diese Anschaffung zu viel und nicht im Budget. Das macht ein komische Gefühl in der Magengegend, so was wie ein Schuldgefühl. Und schwupp, ist der Spaß vorbei.

Man gönnt sich ja sonst nix!

Bin ich in der Fülle?

Ich habe viel, erlebe, plane und reise genauso viel. Was mein Herz begehrt, das nehme ich mir. Ich kaufe es, erlaube es mir. Und… ich kann es mir leisten. Was für eine Freude, denn die Notwendigkeit, auf den Cent zu schauen, sparsam zu sein, ist hier nicht akut. Im Gegenteil. Ich habe Freude, eine bestimmte Sache zu kaufen und ich tue das. Ich gönne es mir und freue mich daran.

Man gönnt sich ja sonst nix!

Die Belohnung

Ich hatte eine anstrendende Zeit, die alles von mir gefordert hat.Aber es war keine Zeit vorhanden, um zu entspannen und sich selbst einen Ausgleich zu schaffen. Sei es in Form von einem Waldspaziergang oder etwas, daß das Defizit in mir ausgleicht. Dennoch bin ich erschöpft, müde und benötige etwas, das mich erstmal belohnt nach einer schweren Aufgabe oder einer überstandenen Krise.

Ich habe den Wunsch, mir etwas Gutes zu tun, um meinen Körper neu zu beleben und in die Entspannung zu bringen. Oder ich umgebe mich mit einem wunderschönen Blumenstrauß aus meinen Lieblingsblumen. Das Paar Schuhe, um das ich seit Wochen drum herum schleiche, ist jetzt fälig und belohnt mich für die Entbehrungen der letzten Zeit.

Man gönnt sich ja sonst nix!

Das Augenzwinkern

Es gibt Zeiten, in denen ist finanziell alles safe. Und ich weiß das, spüre die Sicherheit eines guten Einkommens. Ein Geschenk, wenn man so leben kann. Es ist möglich, aus dem Vollen zu schöpfen. Es gibt auch eine Freude, Geld auszugeben. Für schöne Dinge, eine wunderbare, aufregende Reise, ein chices, aber teures Kleidungsstück, ein neues Sofa, ein tolles Spa-Wochenende, das ich schon immer mal machen wollte. So viele Dinge, die ich gebrauchen kann und die mein Leben schöner oder auch praktischer machen., die ich aber im Grunde gar nicht brauche.

Ich habe keinen Mangel und brauche auch keine Belohnung. Ich habe schlicht etwas gesehen, das mir gefällt, das ich haben oder erleben möchte, das mir persönlich ganz viel Freude machen würde. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, viellecht auch nicht.

Und schwuppdiwupp kaufe ich „es“. Ich weiß, dass ich schon einiges an Geld ausgegegeben habe in der letzten Zeit. Es wird dennoch in keine Krise münden, ich habe Freude.

Man gönnt sich ja sonst nix!

Der Versuch eines Fazits

Es macht einfach Spaß, manchmal über die Strenge zu schlagen. Etwas zu erleben, das so nicht geplant war, aber eben einen sehr besonderen Reiz hat. Den Reiz des Unnötigen, den ich in den Wind schlage, den Reiz des Überflüssigen, den ich gerade deshalb überschreite, den Reiz des Verbotenen, der ja deshalb so viel Spß macht.

Ein Augenzwinkern ist gut und angebracht dafür. Über sich selbst, als Rechtfertigung, als Anerkennung der eigenen Fehlbarkeit, als Ausrede der Unvernunft.

Der Kauf ist Luxus pur oder ein besonders teures Vergnügen, das gerechtfertigt wird. Damit ist es ein großes Augenzwinkern notwendig und wünschenswert. Ein „sich selbst nicht so ernst nehmen“ und eine Portion Ironie und ein freundliches Kopfschütteln für sich zu haben.

Man gönnt sich ja sonst nix! ist eine Ausrede, zugegeben sehr charmant, um etwas Unnötiges zu rechtfertigen. Meist gönnt sich die Person sehr wohl , was sie sich gönnen möchte. Es ist also durchaus ein widerspruch in sich, der ein Lächeln über sich selbst zur Folge hat. Humor ist gefragt.

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