Vorbilder
Brauchen wir Vorbilder? Wer braucht Vorbilder? Ist das noch zeitgemäß? Oder ist das überholt? Vorbilder sind Menschen, an denen wir uns orientieren, die wir bewundern, denen wir nacheifern und folgen. Manchmal wollen wir sein wie sie, was sicher nicht immer passend ist. Manchmal hat ein Vorbild auch eine Eigenschaft, die wir für uns entwickeln wollen. Wir kennen Vorbilder aus unserem Alltag, in der Familie, im Freundeskreis, Lehrer aus der Schule oder dem Sport, persönliche Vorbilder, die unseren beruflichen Weg prägen und uns weiterbringen.
Aber auch aus Social Media, TV, der Öffentlichkeit. Theater, Wissenschaft. Im Grunde ist jeder Bereich möglich, uns zu inspirieren und uns ein Vorbild zu geben.
Heute ist wieder Blognacht: Vol. 70 von Anna Koschinski. Ich bin dabei. Das Thema heißt „Vorbilder“ und ich denke, dass es dazu viel zu sagen gibt. Ich freue mich, dabei zu sein. Danke für den Impuls.
Ein spannendes Thema. M.E. sind Vorbilder extrem wichtig. Nicht nur für Kinder oder Jugendliche. Nein, wir brauchen Vorbilder in jedem Alter. Sie geben uns Halt, Inspiration, Werte, neue Perspektiven. Wir finden eine Orientierung an ihnen und eventuell auch Motivation. Manche wollen so werden wie ihr Vorbild, manche picken sich eine Eigenschaft heraus, die sie erlernen und die sie durch ihr Leben trägt.
Was macht ein Vorbild zu einem Vorbild?
Werte
Vorbilder verkörpern oft einen oder mehrere besonderen Werte. Sie können eine Sache gut. Sie sind dort fähig, konsistent und bringen gute Leistungen. Das bedeutet nicht, dass sie immer ein großer Sieger sein müssen. Sie zeigen eine gute bis großartige Kompetenz, die sie besonders macht.
Das können viele Aspekte sein: ein guter Schauspieler, Sänger, Redner, Chef, Arzt, Krankenschwester, ………………. . Hier gibt es keine Begrenzungen.
Aber auch ein Richter, der besonders menschliche Urteile fällt, ein Verkäufer, die immer freundlich ist, ein Berater, der eine großartige Hilfestellung gibt.
Verhalten
Als Vorbild steht ein Mensch häufig in der Öffentlichkeit oder zumindest in einer Position, in der Menschen ihn/sie wahrnehmen und sehen. Das Verhalten wird sichtbar. Entscheidungen sind zu beobachten, der Umgang mit Menschen, Situationen, Problemen. Ist dieser Mensch integer? Habe ich immer noch Respekt, wenn ich das Verhalten zu den Werten sehe? Oder gibt es da eine Diskrepanz, die mich abschreckt?
Eine entscheidende Frage ist: Passt das Verhalten des Vorbildes zu dem Merkmal und der Fähigkeit, die gerade bewundert wird? Das scheint mir oft entscheidend zu sein. Besonders, wenn man nicht mehr zur jüngeren Generation gehört. Kann ich mich immer noch identifizieren mit jemandem, der zwar einen Wert verkörpert, den aber nicht in Echtzeit ausfüllt?
Je nach Alter gehen da die Vorstellungen sicher auseinander. Jedes Alter achtet auf andere Werte, hat andere Vorstellungen.
Authentizität
Authentisch ist ein Mensch, wenn er echt ist und glaubwürdig. Glaube ich ihm, dass das Verhalten passt. Wichtig scheint mir zu sein, ob Verläßlichkeit da ist. Ist Wahrhaftigkeit da? Oder gehen da Zusagen und Aussagen so weit auseinander, dass ich die Wahrheit dahinter anzweifle?
Hat dieser Mensch eine Maske auf, hinter der er sich versteckt. Leider in heutigen Social Media Zeiten ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Lieber ist mir, dass ich keine Maske erkenne, sondern Echtheit. Ich denke, Menschen merken das häufig, ob eine Maske wirkt. Auch wenn das nicht sicher zu erklären ist, haben viele Menschen ein gutes Gespür dafür.
Selbstreflexion ist sicher ein Zeichen von Authentizität. Bin ich in der Lage, meine guten und komischen Seiten zu erkennen und zu sehen?
Wo sind unsere Vorbilder?
Es geht los mit Mama und Papa, den Großeltern oder auch Geschwistern oder der erweiterten Familie. Die Schule mir ihren Lehrern und anderen Mitschülern gibt viele Vorbilder her. Im Sportverein, im TV, auf der Bühne, Wissenschaft, Berufe aller Art.
Vorbilder und Perfektion
Das widerspricht sich m.E. komplett. Vielleicht nicht, wenn man sehr jung ist, da orientiert man sich noch eher am Perfekten. Später relativiert sich das. Da ist es eher wichtig, dass das gesamte Bild passt. Es ist eher sympathisch, wenn jemand authentisch ist und dennoch Fehler oder Imperfektion zu sehen ist. Das ist realistischer und glaubwürdiger.
Wichtiger wird es, zu sehen, ob Vorbilder aus Fehlern oder falschen Schritten lernen. Dafür gibt es viel häufiger Respekt und Achtung. Wenn alles glatt gebügelt ist, wird immer ein bißchen weniger glaubwürdig. Also Orientierung statt Perfektion.
Meine Vorbilder
Meine Deutschlehrerin
Eines meiner ersten Vorbilder war meine Deutschlehrerin im Gymnasium. Frau Dr. Höcker. Ich mochte ihre ruhige, besonnene Art, mit den Schülerinnen umzugehen. Jeder hatte Gewicht, jede Meinung zählte. Sie war schon etwas älter und gemächlich, aber sehr rege in ihrem Geist. Ich habe den Unterricht geliebt, da sie mir viele Klassiker näher gebracht hat. Schiller, Fontane, aber auch Brecht. Das war eine wilde Mischung. Sie wusste gefühlt alles und konnte die Hintergründe zu jedem Autor und Stück genau erklären.
Ich habe auch ihr meine Liebe zu Literatur zu verdanken. Großartig. Ihrestwegen wollte ich Lehrerin werden. Zumindest für eine Zeit. Hat dann nicht gehalten, aber immerhin.
Ein Sportler
Ich habe einen Golfspieler sehr verehrt. Ich spielte selber Golf und mochte Severiano Ballesteros besonders gerne. Er hatte einen großartigen Schwung und zeichnete sich durch ein großes Fairplay aus. Ich konnte ihm stundenlang am Fernseher zuschauen und habe regelmässig seine großen Erfolge bejubelt. Ausserdem sah er richtig gut aus. Ich wollte Golf profi werden und so toll spielen wie er.
Meine Großtante
Tante Matha war die Schwester meines Großvaters. Sie war viel jünger als er. Ich bewunderte ihren Lebensstil. Sie aß Rohkost und nach Dr. Brucker, als sich kein Mensch für Ernährung interessierte. Sie machte, als die meisten Menschen noch nicht mal eine Ahnung hatten, was das ist. Sie würde dafür von vielen belächelt. Und hatte ein visionäres Gefühl für die wichtigen Dinge im Leben.
Sie bereiste die Welt, als viele lediglich nach Spaniern fuhren. Sie hatte immer wunderbare Geschichten zu erzählen.
Im Grunde lebte sie einfach und bescheiden. Wenn ich bei ihr zu Besuch war, durfte ich sie immer abholen. In der Bank, in der sie arbeitete. Das waren Höhepunkte, denn ich war dann sozusagen schon groß.
Sie wurde 102 Jahre und musste erst mit Ende 90 in ein Altenheim, da sie sich nicht mehr versorgen konnte. Ich habe sie sehr geliebt.
Essenz
Wie orientieren uns an Vorbildern. Wir suchen sie aus nach Kriterien, die uns oft gar nicht bewusst sind, die aber dennoch unseren Werten entsprechen. Es ist aufbauend und motivierend in unserem Leben, ihnen zu folgen und sie zu bewundern.
Es sind nicht immer Menschen, die im Rampenlicht stehen. Oft sind Menschen aus unserem direkten Umfeld, die uns nah sind und die wir nicht nur auf ein Podest stellen, sondern auch im Alltag erleben. Mit ihren Stärken und Schwächen. Erst dadurch werden sie echt und authentisch.
Am Ende , wenn wir selber älter, erwachsener, erfahrener geworden sind, werden wir eventuell selbst zum Vorbild. Für die Kinder, die Mitarbeiter, den Nachbarn. Manchmal bin ich persönlich überrascht, wer dann erzählt, dass ich ein Vorbild war. Für etwas, das für mich gar nichts Herausragendes war, sondern eher selbstverständlich. Aber für eine außenstehende Person war das eben anders.
Das sind oft schöne und wertschätzende Rückmeldungen in meinem Leben gewesen. Sie sind es immer noch. Ich mag das, weil es eine wichtige Rückmeldung im Leben ist.

Dr. Martina Riedel Über mich: Ich komme aus der klassischen Schulmedizin und da ich viele Fragen hatte, die mir dort nicht beantwortet wurden, habe ich mich interessiert für und fortgebildet in ganzheitlichen Heilweisen, Kunst als Möglichkeit zur eigenen Heilung, in energetischen Heilweisen und Persönlichkeitsentwicklung. Als Mentorin und Anschubserin ist es mein Ziel, Menschen zu helfen, Zusammenhänge zu erkennen. Ein Wechsel der Perspektive, verbunden mit einer positiven Einstellung, kann wie ein starker Katalysator für eine Heilung sein. Da ich selbst zwei Krebsdiagnosen erfahren habe, weiß ich, wie groß die Bedrohung für die Person ist. Die Antworten und Lösungen sind oft nur einen Schritt entfernt. Dabei unterstütze ich Sie gerne. Hier erfahren Sie mehr über mich.

Liebe Martina,
besonders gefallen hat mir dein Gedanke, dass Vorbilder nicht an Perfektion gebunden sind. Gerade die Verbindung aus Kompetenz, gelebten Werten und Authentizität macht einen Menschen glaubwürdig. Auch deine Beispiele aus dem eigenen Leben zeigen sehr schön, dass prägende Vorbilder oft viel näher sind, als man zunächst denkt. Vielen Dank für den lesenswerten Beitrag!
Herzlichen Dank, Shivani .
Herzliche Grüße Martina
Liebe Martina,
wie schön, dass wir uns gestern bei Annas Blognacht gesehen haben und natürlich war ich interessiert, was du geschrieben hast.
Dein Blogartikel ist ein Rundumschlag, klasse wie du von der Defintion und und dem Sinn und Zweck von Vorbildern zu deinen ganz persönlichen schwenkst.
Da spüre ich in jeder Zeile deine professionelle Ausbildung in Sachen Menschenbegleitung.
Danke dafür!
Herzlichst
Gabi
Liebe Gabi,
ich habe mich auch gefreut, Dich zu sehen gestern abend.
Ja, das ist echt vielschiechtig. Und ich wwar mal wieder überrascht, wo ich angekommen bin.
Danke für Deine Wertschätzung.
Herzliche Grüße Martina
Liebe Martina,
ich mag den Gedanken, dass Vorbilder nicht perfekt sein müssen, wo doch in der heutigen Zeit nahezu alles an Perfektion gemessen wird.
Deine Vorbilder sind oder waren wie bei mir ganz nahestehende Personen, wie deine Tante. Vielleicht benötigen wir diese Menschen um uns immer wieder an das zu erinnern was uns wichtig ist im Leben.
Liebe Grüße, Birgit
Liebe Martina,
ich mag den Gedanken, dass Vorbilder nicht perfekt sein müssen, wo doch in der heutigen Zeit nahezu alles an Perfektion gemessen wird.
Deine Vorbilder sind oder waren wie bei mir ganz nahestehende Personen, wie deine Tante. Vielleicht benötigen wir diese Menschen um uns immer wieder an das zu erinnern was uns wichtig ist im Leben.
Liebe Grüße, Birgit