Nach der Krise: Liebesbrief an mich selbst
Es gab einen Moment, in dem ich dem Tod ins Auge sah und ihm sagte: “ Wenn ich gehen soll, bin ich einverstanden – Wenn ich entscheiden darf, möchte ich leben.“ Diese Worte veränderten alles. Es war ein Milli-Mü-Moment, in dem ich mitentscheiden durfte – über mein Leben und meine Zukunft.
Der Moment, in dem ich aufgab – und dadurch alles gewann. Es war der Tag, an dem ich während meiner Krebstherapie losließ – und wieder atmen konnte.
Was darauf folgte, war eine große Reise, die ich gehe, immer noch und immer wieder. Der Weg geht nicht konstant geradeaus oder aufwärts. Er hat viele Wege, manchmal Umwege, Abzweigungen, Rückschritte. Manchmal mehr Rückschritt als Fortschritt, dennoch möchte ich eine Lanze für mich brechen. Mir ist es wichtig, diesen Weg zu wertschätzen, jede Facette und jeden Winkel, auch die vermeintlichen Fehler. Daraus entstand der Wunsch, Nach der Krise: einen Liebesbrief an mich selbst zu schreiben, in dem ich mich selbst würdige. Nach meinem Verständnis sind Krisen auch eine Möglchkeit, sich weiterzuentwickeln, größer zu werden, zu verstehen, zu was eine einzelne Person fähig ist. Ich vergleiche dies mit Kintsugi, das Risse und Frakturen mit reinem Gold behandelt.
Eine Krise in Worten
Die Krise beginnt
2018 traf mich die Diagnose wie eine Blitz aus dem Nichts: „Non-Hodgkin-Lymphom“, Grad 4. Kein Fieber, keine Gewichtsabnahme, kein Schmerz – nur ein paar geschwollene, aber stumme Lymphknoten, die mein ganzes Leben komplett auf den Kopf stellten. Als ich wieder im Auto saß, musste ich schallend lachen. Es war unfassbar, was dies alles bedeutete.
Schulmedizin – nein, danke. Ich entschloß mich zu alternativen Heilmethoden und machte u.a. Infusionen. Ein Stoff darin sorgte für eine dramatische, allergische Reaktionen meines Körpers. Das war der Moment, in dem mein Körper aufgab. Ich schwoll an wie ein Ballon, passte in keine Schuhe oder Strümpfe mehr, konnte mich kaum mehr bewegen. Die Angst vor der Sepsis fraß sich in mein System – ich war schlicht hilflos. Meine Hunde, mein Leben: nichts ging mehr. Alles war zuviel.
Ich lieferte mich im Krankenhaus ab, die Ärzte starrten mich an, als wäre ich eine Außerirdische. “ Wieso haben Sie das getan?“ war ihre Frage. Meine Antworten haben sie nicht zufrieden gestellt. Sie halfen. Nach der Hautklinik landete ich erwartungsgemäß in der Onkologie.

Dort lernte ich einmal mehr, wie Kommunikation funktioniert. Alles lief auf eine Chemotherapie hinaus, gegen die ich mich heftig wehrte. “ Herr Doktor, ich bin so sensibel – wenn ich nur den Geruch ihrer Medikamente wahrnehme, spüre ich sie schon in meinem Körper.“ Er lachte. Zuerst. Doch dann sah er mich an – und glaubte mir.
Ich will leben
Im Moment der absoluten Erschöpfung geschah die große Wandlung : ich spürte das wie einen elektrischen Schlag, wie ein Rausch von Adrenalin: ICH WILL LEBEN.
Nicht überleben. Nicht einfach nur funktionieren. Sondern leben, richtig gut leben. Trotz der körperlichen Schwäche richtete mich das pure Adrenalin auf. Ich war besessen von der Idee, alles zu ändern: mein Leben, meine Gesundheit, meine Zukunft.
Ich reflektierte, was mit mir geschah und was vorher war. Was mich eventuell in diesen Zustand gebracht hatte. Die Unterstützung, die ich hatte, von besonders einer Freundin, aber auch von vielen anderen Menschen, Freunden, ehemaligen Mitarbeiterinnen, Nachbarn, der Freundin, die sofort meine Hunde übernahm, war überwältigend. Noch heute bin ich zutiefst dankbar für die Erfahrung.
Ich machte Pläne, führte Gespräche mit allen Menschen, die mir wichtig waren, bat um Unterstützung und Hilfe. Ich bat um Hilfe, die mir großzügig gewährt wurde. Die Ärzte planten eine Behandlung mit 6 Chemos, was mir gar nicht gefiel. Das Bayerische „schau ma mal“ kam mir da gerade recht.
Veränderungen,die gelebt werden wollten
Meine Wohnung war wie ein Kleid, das zu eng geworden war. Es fühlte sich an, als würde ich darin ersticken. Dennoch blieb ich. Aus Angst, schon wieder einen Umzug stemmen zu müssen. Und das in dieser Situation. Wie, bitte, soll das gehen? Die Krise zwang mich, endlich ja zu sagen. Zu einer neuen Wohnung in einer neuen Umgebung für ein neues Ich. Und plötzlich ging alles rasant, schnell und Hand in Hand. So als hätte mein Leben auf dieses Ja gewartet. Dank einer Freundin fand ich sofort eine neue Wohnung und organisierte einen Umzug in die Zeit zwischen 2 Chemos. Es war der helle Wahnsinn, zumal die Chemo, wie beschrieben, extrem dramatisch war und ich dann nicht in der Lage war, auch nur eine Hose zu packen.
Um Hilfe bitten ist ein Skill, das ausbaufähig war in meinem Leben. Ich war gezwungen, das sofort zu lernen. Den Umzug machten ein Unternehmen und Freunde komplett. Ich musste zuschauen, weil ich körperlich am Boden war und keinerlei Kraft hatte. Ich fand es unendlich peinlich, dass Dritte meine Unterwäsche erst ein- und dann wieder auspackten. Ein großes Learning. In dem, was notwendig ist und wie gerne Menschen einander helfen. Ohne eine Bedingung zu stellen.
Lebensstil wie z. B. Ernährung: ich bin ein Zucker Junkie und liebe Kuchen, besser Torte und Schokolade. Das zu ändern, ist und bleibt leider auch eine Herausforderung. Aber auch Alkohol, die schnelle Pizza, das Take Away vom Asia Imbiß, die eigenen Ausnahmen mit dem banalen „Naja, darf ja auch mal sein“. All diese Gewohnheiten begann ich massiv zu hinterfragen und zu ändern.
EIn wichtiger Punkt war meine innere Ausrichtung. Es gab Sorgen und Nöte, Streitigkeiten, ungeregelte Fragen, um die ich mich einfach nicht kümmerte. Weil: keine Lust, ach heute nicht, ist zu unangenehm, könnte Konsequenzen haben, will ich nicht haben in meinem Leben.
Visionen und Ziele: ich hatte keine mehr und wusste auch nicht mehr, wie und was. Auch hier ging es um Ausrichtung. Auf meine nächsten Monate und Jahre, auf meine Gesundheit, mein Wohlbefinden, eine Balance zwischen Stress und Entspannung. Auf ein neues Business, neue Aktivitäten, um Geld zu verdienen, Verantwortung zu übernehmen, wo das notwendig ist.
Wie es weiterging
Vieles von dem o.g. setze ich um. Manches mit großem Enthusiasmus, manches ein wenig halbherzig, manches eher nicht. Der Erfolg war da, es ging mir besser, mein Körper erholte sich. Ich lernte und studierte viel, war mit zig inneren Learnings beschäftigt. Das Eine ging leichter als das Andere. Auf jeden Fall war ich begeistert und motiviert.
Aber… die andere Seite der Medaille griff zu: es ist extrem schwer, die eigenen Gewohnheiten, Muster und Prägungen zu durchbrechen. Um sie nachhaltig zu verändern, braucht es richtig viel Disziplin und ein differenziertes Hinschauen, um zu erkennen. Es ging mir gut und immer besser. Die Ärzte waren begeistert. Für sie war es eine Wunderheilung. Für mich knallharte Arbeit.
Es kommt, was oft nicht ausbleibt: mir ging immer häufiger die Puste aus in Sachen Disziplin. Ich aß doch 2 Stück Torte statt einen 1/2 Stück, machte mir wieder Gedanken um Dinge, die mich nix angingen, hatte zu wenig Bewegung. Und so weiter.

Der 2. Durchgang: zum 2. Mal die gleiche Diagnose
Die Krise kam zurück
7 Jahre Gesundheit, Heilung, Hoffnung. Und dann – der Rückschlag. 2025 traf mich die Diagnose noch viel härter. Diesmal war es akut. Und lebensbedrohlich.
Ich wusste genau: ich habe mich selbst verraten, habe zu viel Verantwortung auf meine Schultern geladen, habe zu wenig auf mich geachtet. In dieser dunklen Stunde erkannte ich die wichtigste Lektion in meinem Leben: Ich darf mich selbst an die erste Stelle setzen. Ohne Bewertung.
Diesmal waren es 5 Chemos, obwohl ich fühlte, dass 3 bis maximal 4 für mich gut wären. Ich habe nicht auf meine innere Stimme gehört und mich der Schulmedizin angeschlossen anstatt mir zu vertrauen. Die Auswirkungen waren umso stärker. Die körperlichen Folgen sind vielschichtig, auch wenn man das Ausmaß in der ersten Zeit gar nicht überreißt. Dennoch merke ich ich nach und nach, was mein Körper und meine Seele da leistet. Und welche Herausforderungen das auch auch für Freunde, Familie und das weitere Umfeld sind.

Ich bin geheilt
Natürlich bin ich in regelmässiger Kontrolle, was notwendig und hilfreich ist. Gerade habe ich den 3. Termin hinter mich gebracht und es gibt keine Anzeichen und keine Reste eines Lymphoms. Ich bin zutiefst dankbar. Und ich bin sehr motiviert und diesmal nochmal disziplinierter in meinen Handlungen. Sei es in Ernährungsfragen, in meiner Ausrichtung, in meiner Entschiedenheit, so wenig Stress wie möglich zuzulassen, in meiner Bereitschaft, mich an die erste Stelle in meinem Leben zu stellen und damit glücklich zu sein.
Was ich entdeckte über mich
- Meine mentale Stärke ist wie ein Fels in der Brandung.
- Ich will leben… und gut leben.
- Ich kümmere mich um mich. (Ja, das klingt egoistisch, fühlt sich aber endlich so an, dass ich mich wichtig und ernst nehme)
- Meine Ausrichtung für alle Bereiche in meinem Leben darf noch klarer und präsiser sein.
- Die Umsetzung meiner Ausrichtung darf konsequent und laserscharf sein.
- Keine Energie mehr an etwas verschwenden, das sich nicht lohnt.
- Optimismus und eine Ausrichtung auf das Schöne und Heilige im Leben ist mir wichtig.
- Disziplin ist oberstes Gebot. In jeglicher Hinsicht.
- Freude ist das 2. wichtige Gebot: Freude haben, bei allem, was ich tue
- Hinterfragen, was da geschieht, begleitet mich
- Es ist meine Verantwortung, wie es mir geht
Ein Liebesbrief an mich selbst
Meine liebste Martina,
Du bist durch Feuer und Wasser gegangen
Du gabst auf und gabst dennoch nie auf
Du stolperst und stehst doch immer wieder auf
Ich sehe Dich. Ich bewundere Dich. Ich liebe Dich.
Leistung, Würde und Wunder
Was Du geschafft hast, ist eine riesengroße Leistung und ein Wunder. Ich weiß, Du glaubst an Wunder. Auch in deinen verzweifelsten Momenten hast Du an das Wunder geglaubt, gesund zu werden. Obwohl die Ärzte wenig Hoffnung hatten. Zumindest im 1. Durchgang. Wie Du das schaffst, weiß ich nicht, aber es ist geglückt. Deine Entscheidung, leben zu wollen, scheint gigantisch zu sein. Anders kann ich das nicht ausdrücken. Diese begleitet Dich im Grunde schon Dein ganzes Leben. Denn Du hast diese Entscheidung vermutlich schon in Deinen ersten Lebenstagen, die ja nicht einer gewissen Dramatik entbehrten, getroffen. Einen Brutkasten in den 50er-Jahren zu überleben, ist nicht selbstverständlich. Du stellst Dich dem Leben. Mutig und offen.
Ich schätze, mit welcher Würde Du Dich durch Dein Leben bewegst, aber dennoch zielgerichtet und fokussiert. Deine innere Sicherheit ist groß und sehr beeindruckend. Du weißt, Du glaubst und Du gehst. Ich höre Dich, sagen: nun ja, oft eben nicht. Aber eben sehr oft doch. Ich frage mich, ob Du Dich würdigst für das, dass Du eben oft gehst. Das solltest Du viel öfters anerkennen. Denn auch da steckt Deine große Kraft drin.
Ich mag, wie Du kommuniziert hast. Ein Meisterstück, wie Du im ersten Durchgang den Oberarzt um Deine Finger gewickelt hast. Mit so viel Charme und Eindringlichkeit. Du warst ehrlich, offen, hast genau ausgesprochen, wie es Dir ging. Er war beeindruckt, wenn auch zuerst ziemlich genervt. Und dank Deiner offenen Kommunikation hat er sich geöffnet und sich auf Deine Situation eingelassen, indem er Deine Wünsche berücksichtigt hat. Das war von ihm auch sehr groß. Du weißt, wie es geht. (Ja, okay, nicht immer) . Du wurdest gehört, gesehen und ernst genommen. So, wie es wichtig ist. Ich weiß, dass er Dir am Ende der Behandlung für all das große Komplimente gemacht hat. Außerdem hat er seine Dankbarkeit ausgedrückt, weil er so viel gelernt hat durch Deine Behandlung. Er hat solche Empfindsamkeit nie glauben wollen. Das gehörte für ihn ins Reich der Illusion. Jetzt weiß er, dass das und Du eine Realität sind.
Dankbarkeit und Aktivität
Ich bewundere Deine tiefe Dankbarkeit für all die Menschen, die Dir zur Seite gestanden sind in diesen schweren Zeiten. Die meisten wollen nicht namentlich erwähnt werden in der Öffentlichkeit. Das gilt es zu respektieren. Aber Du warst immer so voller Respekt für all die Schwestern, Pfleger, Ärzte, genau wie für Deine Freunde, Nachbarn, ehemaligen Mitarbeiterinnen, Bekannte. Du mochtest alle, Du wurdest genauso gemocht und geschätzt und alle waren sehr hilfsbereit und offen für Deine Bedürfnisse. Wobei Du ja auch viel selbst gemacht hast. Auch da, was für eine Energie und was ein Wunsch nach Besserung. Großartig. Es ist Dir so schwer gefallen, all die Kontrolle abzugeben und sie Deinen Freunden beim Umzug zu übergeben, ins Vertrauen zu gehen und sich dem hinzugeben, wie es läuft. Es war für Euch alle eine Erfahrung der Extra Klasse. Und das bei dieser Sommerhitze mitten im August. Die haben geschuftet und Du hast Dich schlecht gefühlt, weil Du nicht helfen konntest. Aber Ihr alle habt es bewältigt.
Ich war skeptisch, als Du, m. E. viel zu früh wieder aktiv geworden bist, beim Einkaufen warst und organisiert hast. Ich hatte meine Zweifel und habe das nicht verstanden. Erst später wurde mir klar, dass es für Dich eine Notwendigkeit war, an Deinem Leben teilzunehmen, sich wieder für sich selbst zu engagieren. Ich dachte, dass Du vielleicht keine Hilfe mehr haben wolltest, aber das war es nicht. Die Disziplin, die Du an den Tag gelegt hast und die präzise Herangehensweise hat mich überzeugt. Ich habe gesehen, dass Du dadurch viel schneller wieder auf die Füße gekommen bist. Und wieder fitter wurdest, ohne Dich zu überfordern.
Erkenntnisse und Freundlichkeit
Es ist sehr bereichernd, wie Du lernst und welche Erkenntnisse Du aus der Misere gezogen hast. Das ist eine Kehrtwendung in manchen Bereichen um 180 Grad. Z.B. hast Du gelernt, Grenzen zu setzen. Nach diesen dauernden, ewigen Grenzüberschreitungen hast Du endlich entdeckt, dass Nein ein ganzer Satz ist. Du hast aufgehört, zu erklären und Dich zu rechtfertigen. Wer Dich nicht verstehen will, wird das auch nicht tun nach einer x-ten Erklärung. Well done. Keine langen Monologe mehr, die nicht gefragt sind. Dein Leben ist so viel leichter geworden dadurch. Deine Kraft ist wieder bei Dir. Und die Einschätzung einer Situation ist so gewachsen. Also well done.
Ich erkenne mit großer Freude, wie Deine Freundlichkeit da ist, trotz oder wegen großer Klarheit. Wie viel besser Du Dich kennengelernt hast, auch mit all Deinen Schwächen, Befindlichkeiten und Mustern. Du hast verstanden, wie Du tickst, woher das kommt und wie Du das lösen kannst. Viele Situationen, an denen Du verzweifelt wärest vor einigen Jahren, hast Du mit Größe gelöst. Du bist zu Dir gestanden. Bedingungslos. Ohne auf das Geschwätz von außen zu hören, dennoch immer offen für das, was wichtig war und ist. Deine Unterscheidungsfähigkeit hat sich verändert.
Ich bin begeistert von Deinem Einsatz für Dich und Dein Leben. Du hast genau hingeschaut, Erkenntnisse bekommen und viele umgesetzt. Ja, okay, ich höre Dich wieder sagen: aber, es ist zu wenig. Nein, es ist gut, was Du getan hast. Und ja, es geht weiter und manches war noch nicht möglich. Aber das ist dann jetzt dran. Heute, morgen, nächste Woche.
Ich erlebe bei Dir, dass Du einfach nie aufgibst. Ich beobachte ebenso, dass Du den ewigen Kampf gegen Vorstellungen aufgibst. Das klingt, als würde sich das widersprechen. Tut es nicht. Es bedeutet, dass Du in der Lage bist, Dich hinzugeben. Dem Leben, dem Geschehen, dem Prozeß. Da ist ein Teil, der vertraut, dass die Dinge so kommen, wie sie sein sollen. Und dass es für Dich ist und nicht gegen Dich. Da tauchen Menschen auf, die Dir das Richtige geben, die bereit sind, zuzuhören, die Dich reden lassen und die an Deine Seite springen, noch bevor Du darum gebeten hast. Du bist zutiefst geführt und beschützt. Dein Weg ist gesegnet. Ich sehe, dass Du dem auch vertraust. Das ist ein großes Geschenk.
Ich erlebe, dass Du bittere Pillen hast schlucken müssen. Die Erkenntnis über die innere Leere in Dir, war sehr bitter. Und dennoch heilsam. DIese Erkenntnis zeigt dir Deinen Weg.
Ich bewundere Deine Offenheit, Dich endlich für Dich selbst einzusetzen, Dir Selbstachtung zu schenken, Dich selbst zu lieben, mit allem, was Dich ausmacht. Du hast es geschafft, Deine dunkelsten Momente zu umarmen und anzuerkennen. Bedingungslos. Selbstfürsorge und Selbstführung sind zu vetrauten Wegen geworden. Nein, das ist noch nicht perfekt, aber Dein Weg zählt und Deine Bereitschaft. Du lernst jeden Tag mit Deinem großen Ja zu allem, was kommt. Selbstliebe, Dich so zu lieben, wie Du bist, mit allen hellen und dunklen Seiten, das ist eine Kunst und bleibt eine lebenslange Aufgabe.
Wofür ich mich liebe
Ich dachte, ich würde brechen, statt dessen wurden meine Wunden zu Gold
Ich dachte, ich würde zerbrechen wie eine – wie eine zerstörte Vase, die in viele Stücke zerfällt, die niemand mehr retten kann. Stattdessen wurden meine Risse zu Gold.
Krisen brechen uns nicht. Sie machen uns zu Kintsugi.
Kintsugi nennt man das in Japan. Es bedeutet „Goldene Verbindung“. Brüche und Scherben werden zusammen gesetzt, die vorhandenen Risse werden nicht vertuscht oder übermalt, sondern mit Gold gefüllt.

Mir gefällt diese Idee. So gilt es auch für uns Menschen. Unsere Narben und Brüche sind nicht häßlich. Sie sind mein Gold und sind Teil der Geschichte und erzählen von Kämpfen, die ich gewonnen habe und von Schwächen, die mich stark gemacht haben. Sie zeigen Akzeptanz von dem, was war und ist, welche Erfahrung das für uns war. Unvollkommenheit macht uns aus als Menschen und Fehler werden geschätzt.
Für mich ist es oft im Leben schwer gewesen, Krisen als etwas Positives anzuerkennen. Ich fand die lästig und unangenehm, etwas, das bitte schnell vorbei gehen soll. Durch diese Erfahrung ist mein Blick ein anderer. Ich erlebe Krisen, nehme sie viel leichter an und stelle die richtigen Fragen. Was mir das sagt, was ich lernen darf, wie da hinein geraten bin.
Die Erkenntnis, dass meine Wunden, Risse zu Gold werden, hat etwas sehr tröstliches. Und etwas, für das ich eine große Wertschätzung habe.

Eine Entscheidung treffen – JA zu Leben
Das Erlebnis, mich in Gottes Hand zu legen, als nichts mehr in meiner weltlichen Macht war, voller Vertrauen, war der Moment, der mich am Meisten beeindruckt hat. Dieser Moment hat alles verändert. Meine Sicht auf mein Leben ist viel umfassender, viel größer, geworden. Ja, Kleinigkeiten bringen mich immer wieder aus dem Gleichgewicht, aber ich finde schneller zu mir.
Mein Ja zum Leben fühlt sich manchmal so an, als wäre es an Bedingungen geknüpft. In meinen dunkelsten Momenten war das komplett weg und ich fühlte einfach nur Ja. Das bewältige ich jetzt und nehme die Herausforderung an.
Mein Ja zum Leben war der erste Schritt zur Heilung.

Meine Werte sind nicht verhandelbar
Ich habe Werte, die mir wichtig in meinem Leben. Sie geben mir Orientierung, eine Richtung und Struktur. Einen Teil ist neu oder ich habe ihnen eine Wandlung gegeben, um sie anders zu leben, manche sind geblieben.
Respekt, Ehrlichkeit, Offenheit, Neugierde, Mut, Empathie, Freude, Verantwortung
Da geht noch was, weisst du
Es gibt überhaupt keine Situation, in der alles am Ende ist. Ich bin überzeugt, dass es immer mehrere Möglichkeiten gibt, die zur Verfügung stehen. Mindestens 2, oft sind es mehr. Wenn ich am Boden liege, sehe ich keine Möglichkeiten. Gerade, wenn es schwere Krisen, gesundheitliche Herausforderungen oder tiefe Sinnkrisen sind.
Dann sind gute, nahe Menschen wichtig, Familie oder Freunde Oder auch eine Person von außen, die weniger involviert ist und einen neutralen Blick einehmen kann. Den Blick wieder weit stellen, den eigenen Tellerrand überwinden, wird lebensrettend. Dann ist immer eine Lösung zu sehen. Und wenn es noch keine endgültige Lösung gibt, dann ist auf jeden Fall ein neuer, nächster Schritt zu erkennen.
Wie war es in deiner Krise?
Erkennst du dich wieder?
Hast auch du eine Krise erlebt – und dich gefragt: Warum ich?
Vielleicht verurteilst du dich – weil du denkst, du hättest alles falsch gemacht?
Vielleicht schämst du dich – weil du glaubst, Schwäche zu zeigen.
Die Wahrheit ist: Deine Krise hat dich nicht gebrochen. Sie hat dich stärker gemacht – auch, wenn du das jetzt noch nicht siehst.
Ich lade Dich ein, einen Liebesbief an dich selbst zu schreiben und dir deine eigene tiefe Wertschätzung zu geben. Es ist mir wichtig, dich zu inspirieren und dich zu ermutigen zu diesem Brief an dich. Sei willkommen zu meiner Blogparade und teile deinen Liebesbrief mit mir und der Welt.
Hier ist dein Artikel oder Kommentar herzlich willkommen.
Dein Liebesbrief an dich
Und jetzt bist du dran.
Nimm einen Stift oder deinen PC.
Öffne dein Herz.
Schreib einen Liebesbrief an Dich – den du schon lange verdient hast.
Was magst Du an Dir?
Wofür bewunderst du dich?
Welche Krisen hast du überstanden? Und was haben sie dir geschenkt?
Teile deinen Bref mit uns. Hier – hinterlasse den Link im Kommentar – oder schreibe ihn direkt darunter, wenn du keinen Blog hast.
Die Welt braucht deine Geschichte. Jeder Liebesbrief an dich selbst ist ein Licht für die Welt – für dich und alle, die ihn lesen.
Hier kannst du alles nachlesen.
Ich glaube fest daran:
Du, der/die du diesen Artikel liest, hast etwas in dir, dass es wert ist , geliebt zu werden.
Jeder hat Krisen überstanden, die ihn geformt hat.
Jeder verdient es, sich selbst einen Liebesbrief zu schreiben.
Also, Tue es. HEUTE
Die Welt braucht mehr Menschen die sich selbst lieben und dich braucht sie ganz besonders.
I


Dr. Martina Riedel Über mich: Ich komme aus der klassischen Schulmedizin und da ich viele Fragen hatte, die mir dort nicht beantwortet wurden, habe ich mich interessiert für und fortgebildet in ganzheitlichen Heilweisen, Kunst als Möglichkeit zur eigenen Heilung, in energetischen Heilweisen und Persönlichkeitsentwicklung. Als Mentorin und Anschubserin ist es mein Ziel, Menschen zu helfen, Zusammenhänge zu erkennen. Ein Wechsel der Perspektive, verbunden mit einer positiven Einstellung, kann wie ein starker Katalysator für eine Heilung sein. Da ich selbst zwei Krebsdiagnosen erfahren habe, weiß ich, wie groß die Bedrohung für die Person ist. Die Antworten und Lösungen sind oft nur einen Schritt entfernt. Dabei unterstütze ich Sie gerne. Hier erfahren Sie mehr über mich.
