Wann hast Du zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht?
Eine schöne Idee ist die Blogparade von Nicole Tonoli: Wann hast Du zum letzten Mal etwas zu ersten Mal gemacht?. Danke, Nicole für den Impuls.
Eine Einladung für eine Wertschätzung meiner Person, für mich, meinen Mut, meine Offenheit. Für all das, was ich als selbstverständlich ansehe. Obwohl ich damit ständig aus meiner Komfortzone raus grätsche und meine eigenen Grenzen erweitere, fehlt mir die Anerkennung für das Geleistete.
Leider stelle ich das oft fest bei mir: ich tue etwas und denke: ist doch normal, mache ich doch mit links, ist doch nicht der Rede wert. Das ist schade, denn es ist nicht die Wahrheit. Ich tue es nicht immer mit links: es macht was mit mir, braucht einen Anlauf und eine Umsetzung. Manches ist Routine und dennoch glaube ich, dass ich mir selbst dafür viel mehr Respekt zollen sollte und darf.
Erste Male haben eine besondere Rolle. Sie sind eben nicht selbstverständlich, sondern unbekannt. Sie erfordern Mut, den ich aufbringen muss, die Bereitschaft zu lernen, denn ich habe das noch nie getan.
Sie verändern mich, ein wenig oder ein wenig mehr. Manche erste Male haben das Potential, meine Welt aus den Angeln zu heben. Manche sind ganz klein und machen auch einen Unterschied.
Meine letzten ersten Male
Ich denke nach und mir fällt noch nicht so viel ein. Ich lasse es fließen, denn ich weiß, die letzten Jahre waren so verändernd, dass es vermutlich richtig viele erste Male gab. Ich nehme die wichtigsten.
Meine erste Blogparade
Bisher kam das nicht mal als Möglichkeit in mir vor, daran überhaupt teilzunehmen. Ich fand, ich bin noch nicht so weit und habe viel zu wenig Erfahrung beim Bloggen. Auch die Technik dazu beherrsche ich nicht und ob ich die Zeit finde, steht in den Sternen.
Papperlapapp war meine Antwort an meinen inneren Kritiker und Saboteur. Diesmal nicht. Ich entscheide, dass ich teilnehme und Spaß daran habe. Die Beiden verstummten sofort.
Aha, wenn ich überzeugt bin, halten die ihre Klappe. Interessant.
Ich kann fragen, habe Unterstützung, kann mich weiterbilden und lernen.
Ich suchte ein Thema, was schnell ging, machte meinen Aufruf und gut war`s. Hier der Aufruf dazu. Ich bin beseelt von diesem Thema. Wenn du Lust hast, bist du eingeladen, jederzeit meiner Einladung zu folgen und einen Liebesbrief an dich selbst zu schreiben.
Aha, Ich lasse mich da zu schnell ins Bockshorn jagen, von meinen inneren Stimmen. Die Hürde liegt hoch, dass eine Veränderung unerreichbar scheint. Das ist nicht die Wahrheit.
Die Bühne ruft
Schon als Kind habe ich gerne geredet und auf der Bühne gestanden, zumindest beim Theater spielen. Den Spruch: „Das sind die Bretter, die die Welt bedeuten.“ konnte ich immer verstehen. Wenn es daran ging, in der Schule eine Referat zu halten, war das allerdings eine Katastrophe. Zumindest innerlich. Super vorbereitet erging es mir in dem Moment so schlecht, dass ich hätte heulen und zusammenbrechen mögen, um im Boden zu versinken. Das legte sich erst, als ich mich als Erwachsene bewusst damit beschäftigte. Es nervte mich, dass ich kein Wort raus brachte, wenn ich vor mehr als fünf Menschen reden sollte. Egal, ob beruflich oder privat.
Ich nahm unter anderem an Rhethorik Kursen teil. Und hatte einen Mordsspaß dabei.
Im letzten Jahr hatte ich meinen ersten öffentlichen Auftritt bei 12minutesMe. Ich sprach das Thema ab und bereitete mich vor. Wochenlang, mit großer Akribie und so viel Freude. Ich übte und redete, was das Zeug hielt, machte Video Aufnahmen. Herrlich. Ich bearbeitete den Text, wieder und wieder nahm ich Verbesserungen vor, übte weiter. Ein aufregender Prozeß. Am Ende habe ich 4 Tage vor dem Vortrag alles neu geschrieben, umformuliert, anders ausgedrückt.
Der Vortrag war gut. Das Feedback war sehr gut. Die Menschen haben verstanden, was ich gesagt habe, haben zu gehört. Am Ende haben sie großartige Fragen gestellt, die z.T. so tief waren, dass mich die Menschen überrascht haben. Ein großer Erfolg für mich.
Ich habe noch ein erstes Mal zu verbuchen, denn ich habe mich auch um einen Platz beim TEDx Talk beworben. Das war sehr aufregend, denn es fühlte sich nochmal intensiver an. Vortragssprache ist englisch. Leider wurde mein Vortrag nicht gewählt, um weiter zu gehen. Es war jede Mühe wert.
Aha, es tut so gut, sich mutig voran zu bewegen. Es ist in jedem Fall ein Erfolg und Gewinn für mein Selbstvertrauen und Wohlbefinden. Ich bin sehr stolz auf mich.
Mein erster Liebesbrief an mich
Das war der Aufruf zu meiner Blogparade. „Schreibe einen Liebesbrief an Dich selbst.“
Hier kannst Du meinen Liebesbrief an mich nach lesen.
Das waren Momente einer großen Liebe zu mir selbst. Ich war so mit mir verbunden, voller Wertschätzung und Anerkennung, Freude und Liebe. Was für ein Erlebnis. Viele Erinnerungen an mein Leben kamen hoch. An Situationen, die mit dem Geschriebenen zusammen hingen.
Aber auch scheinbar unzusammenhängende Gespräche waren plötzlich präsent. Ich erinnerte mich an einen Urlaub mit der Familie in Holland, wo es eine große Rennbahn gab und immer ein riesiges Michelin Männchen aus Plastik aufgpumpt war. Und daran, dass wir in den Dünen Beeren gepflückt haben.
Ich erinnerte mich daran, wie gerne ich Briefe schreibe. Ich hatte viele Briefreunde und es war immer ein Fest, wenn ich aus der Schule kam und einen Brief vorfand. Das ist verloren gegangen in meinem Leben.
Und diesen Liebesbrief zu schreiben hat bewirkt, die Situationen zu reflektieren. Aus einem Abstand heraus. Obwohl das alles noch nicht solange her ist, verblassen die Erinnerungen zu manchem und die Bewertung ändert sich.
Aha, ein tolles Erlebnis für mich. Ich war für meine eigene Idee sehr dankbar. Ich werde das Schreiben wiederholen.
100 Tages Challenge
Im Januar kam ich auf die Idee, dank einer Inspiratin bei Instagram, eine 100 Tages Challenge zu machen. 100 Tage Publc Speaking, ein Video auf nehmen, 60sec, ohne Bearbeitung und Filter, einfach hochladen. Thema frei wählbar.
Regelmässige Videos hochladen: das hatte ich noch nicht. Und das für 100 Tage: das kannte ich auch nicht. Das war viel in meinem Augen. Aber ich liebe Challenges, weil diese mich oft motivieren und mich zu mehr Einsatz, Erfolg und dranbleiben animieren.
Gesagt-getan. Ich fing an. Und kam schnell an Grenzen. Das komische Gefühl, in ein dunkles Loch zu sprechen, welche Themen sind interessant, was will ich preisgeben, womit könnte ich Erfolg haben? Eine große Reise, in der ich viel über mich gelernt habe und einige Annahmen als Illusion erkennen musste. Z.B. dass 60 sec doch nicht so viel Zeit sind, um die zu füllen: doch manchmal fühlen sich 60 sec. wie 5 Minuten an und gehen einfach zu Ende. Oder die Variante mit der Stimme und Melodie: wenn die eigene Stimme, die im Alltag bei mir anders klingt, plötzlich monoton und langweilig ist. Oder der Technik Kram, der mir meist ein leichter Alptraum ist: starten ohne den Klick zu hören, atmen, aber bitte leise, lebendig, aber nicht emotional. Da ist was los.
Aha, es ist wichtiger anzufangen, als auf die eigene Perfektion zu warten, die ja nie da sein wird.
KI – Eine neue Welt
Die KI hat auch in meinem Leben einen Platz bekommen. Zum Glück gibt es Menschen, die Lust haben, das zu vermitteln. Danke an Judith Peters. Was für ein Glück für mich. Denn ich bezweifle, dass ich die Geduld hätte, da von Null anzufangen, um mich durch kämpfen zu müssen. So habe ich eine Basis und gehe von dort viel leichter weiter.
Ich lerne, Prompts zu erstellen, dem Mut zu haben, einfach zu probieren, zu testen, was geht. Mir gefällt nicht alles, was daraus kommt. Z.B. mag ich gar keine Bilder generieren. Wenn ich welche auf Social Media sehe, sehen die alle großartig aus, aber einfach zu perfekt und poliert.
Aber eine Struktur zu erstellen, Informationen zu generieren, sich überraschen zu lassen, was KI gesammelt hat. Ich habe neulich gehört, das jemand ALT Texte hat erstellen lassen. Uff, was für eine Erleichterung. Ds werde ich probieren.
Ich schreibe meine Texte selber, da mir wichtig ist, dass ich als Mensch meine Geschichte und meine Expertise hinein bringe.
Aha, es ist immer möglich, auch mit 60+ weiter zu lernen und sich moderne Standards anzueignen.
Meine erste Blogdekade
Ich schreibe noch nicht so lange meinen Blog, erst seit Dezember 2023. Auch nicht regelmässig. Zwar gerne, aber so richtig flutscht es nicht. Entsprechend stressen mich die Themen, die Termine, die Regelmässigkeit. Manchmal wundere ich mich, dass ich noch dabei bin, aber ich denke mir: es wird schon. Ich bin immer noch in der TCS bei Judith Peters, was einfach klasse ist. Es macht Spaß, in der Gemeinschaft zu bloggen.
Und jetzt plötzlich hat es mich gepackt. Woher das kommt, ich weiß es nicht. Ich habe Themen, Lust, Zeit, Freude. Und es läuft.
Zum ersten Mal nehme ich an der Blogdekade teil: 10 Blogartikel in 10 Tagen schreiben. Das wäre in den letzten Jahren gar nicht denkbar gewesen. Nicht vorstellbar. Jetzt kann ich nicht genug bekommen. Mir ist alles lästig, was nicht mit dem Schreiben eines Blogartikels zu tun hast. Und nochmal: es flutscht und macht mir einen großen Spaß.
Schaffe ich 10? Im Grunde ist das nicht wichtig, denn ich schreibe überhaupt. Wir werden es sehen.
Aha, ich starte und schaue, wie weit ich komme. Jeder Blogartikel ist willkommen.
Meine Erkenntnisse
Tiefe Dankbarkeit für mich selber, dass ich mich getraut habe, diese ersten Male zu erleben.
Stiller Respekt für meinen Mut. Auch für den Mut zu scheitern. Dann gäbe es ein nächstes erstes Mal.
Erstaunen, dass ich in der Lage bin, dran zu bleiben. Ich hatte vergessen, wie motiviert ich sein kann.
Sicherheit in mir, dass es immer eine Lösung gibt. Neben der ersten Lösung gibt es auch eine zweite.
Und du so ? Wie viele letzte erste Male hast du erlebt?
Berichte gerne in den Kommentaren darüber.

Dr. Martina Riedel Über mich: Ich komme aus der klassischen Schulmedizin und da ich viele Fragen hatte, die mir dort nicht beantwortet wurden, habe ich mich interessiert für und fortgebildet in ganzheitlichen Heilweisen, Kunst als Möglichkeit zur eigenen Heilung, in energetischen Heilweisen und Persönlichkeitsentwicklung. Als Mentorin und Anschubserin ist es mein Ziel, Menschen zu helfen, Zusammenhänge zu erkennen. Ein Wechsel der Perspektive, verbunden mit einer positiven Einstellung, kann wie ein starker Katalysator für eine Heilung sein. Da ich selbst zwei Krebsdiagnosen erfahren habe, weiß ich, wie groß die Bedrohung für die Person ist. Die Antworten und Lösungen sind oft nur einen Schritt entfernt. Dabei unterstütze ich Sie gerne. Hier erfahren Sie mehr über mich.
