Aufgeschlagenes Buch mit Feuerwerk. Darüber das Wit Neuanfang

Wenn mein Leben ein Buch wäre – Das aktuelle Kapitel heisst: Neuanfang mit 60+++

Und nochmal eine Blogparade. Es gibt so tolle Themen in diesem Jahr, die euch nicht vornethalten möchte. Ich schreibe einfach weiter. Heute den Impuls von Bettina Verheyen.

Mein Leben als ein Buch: das ist schon mutig, wenn auch nicht revolutionär. Und daraus ein Kapitel wählen, das Neueste. Wow. Das ist mutig. Denn das ist häufig nicht das leichteste. Aber vielleicht geht es auch nur mir so. Weil mein Leben sich gerade anfühlt, als wäre ich ziemlich falsch abgebogen. Was definitiv nicht der Fall war. Nur dahin muss man erstmal kommen.

Das Kapitel in meinem Buch lautet “ Neuanfang mit 60+“

Nach der Krise geht das Leben nicht nur weiter. Es sortiert sich neu und anders.

Eine Krise, gesundheitlich, aus privaten oder beruflichen Gründen, stellt immer eine Zäsur im Leben dar. Wer das kennt, im Kleinen oder im Großen, weiß, wovon ich rede. Das ist kein theoretischer Kram, über den man gerade ein wenig fabuliert. Das sind Szenarien, die bedrohlich sind und damit einen dringenden Impakt auf ein Leben haben.

Die Verpflichtung, die niemand erwähnt

Wenn ein Mensch eine Krise geschafft hat oder gar überlebt hat, ist das etwas Besonderes. Für den Menschen und für seine Umgebung. Es hat damit zu tun, dass ein Wunsch zu leben da ist, ein Kampf statt gefunden hat, ein Überlebenskampf, der nicht mit Sicherheit gewonnen werden konnte. Das steht ja nicht von Anfang an fest, dass dieser Wunsch erfüllt oder dieser Kampf siegreich beendet wird.

Der betroffene Mensch muss dadurch, eventuell mit einer medizinischen Behandlung, die auch nie eine Heilungs-Garantie beeinhaltet. Oder es ist notwendig, das eigene Leben zu hinterfragen und neue, schmerzhafte Entscheidungen zu treffen. Eventuell geht es um schwierigste berufliche oder finanzelle Wege, die zu gehen sind.

Aber auch die Umgebung ist gefragt: Familie, Partner, Kinder, Eltern, Freunde, Bekannte, Nachbarn, Kollegen und Mitarbeiter. Jeder ist davon stark oder ein wenig betroffen, direkt, persönlich oder in einem gewissen Abstand.

Meine Feststellung beruht auf diversen Erfahrungen, dass sich dem niemand entziehen kann. Jeder Betroffene oder Nahestehende geht in einer anderen Weise damit um, da jede Situation einen anderen Trigger wirft. Das ist nicht voraussehbar. Man kann sich nur beobachten und sehen, was das direkt mit mir als Person macht. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Es ist wie es ist.

Zu überleben ist keine Selbstverständlichkeit und nicht planbar. Ja, es ist möglich, sich auszurichten, die notwendigen Schritte kompromisslos zu gehen und alles dafür zu tun, dass der Ausgang gut sein kann.

Es geschafft zu haben, ist für mich wie eine Verpflichtung.

Das klingt seltsam. Finde ich auch. Was meine ich damit?

Eine schwere Krise zu überleben, ist wie eine zweite Chance, ein weiterer möglcher Anlauf. Es birgt eine Hoffnung auf Neues, eine Kehrtwende, eine Abkehr von Schädlichem. Sich bewusst zu machen, was mich in die Krise gebracht hat. Was ausnahmlos ich selber bin. Durch meine Vorstellungen, Handlungen, Nicht-Handlungen, mein Verhalten, meine Gedanken. Alles in dieser Richtung hat eine Auswirkung auf mein Leben.

Bei mir sind es auch z. B. schlechte Gewohnheiten gewesen. Ich esse für mein Leben gerne Schokolade und Kuchen: ist definitiv zu viel Zucker. Aber auch Gedankenkarussels, in denen ich regelmässig feststecke, machen mir Stress und halten mein System dauerhaft unter Strom. Gespräche und Situationen, die mir nicht gut tun, Erwartungen an mich oder andere sind zu viel, nicht ehrlich und nicht erfüllbar. Warum also beschäftige ich mich damit?

Warum hege ich Hoffnungen wenn ich mit Sicherheit weiß, dass die Dinge nicht zu ändern sind? D.h. ich lebe in einer Illusion, die zu nichts führt. Genau hinzuschauen, was auch immer gerade geschieht in meinem Leben, wäre sinnvoll. Ein Realitäts-Check hat nocht nie geschadet, ist aber meist sehr schmerzhaft. Aber das ist zu tun, ist für mich auch eine Verpflichtung dem Leben gegenüber.

Das bedeutet, zu erkennen, dass ich in einer Krise bin, wodurch und wie ich dahin gekommen bin. Der Outcome meines Verhaltens ist diese Krise. Ich meine das im positiven Sinn. Ein Gefühl zu haben für das eigene Leben mit samt dem Verhalten, das ich habe.

Die zweite Chance ist ein Geschenk an mich. Mit der Hoffnung auf Erkenntnis und Änderung. Ich persönlich habe das als Aufforderung gesehen, dringend etwas verändern zu müssen. Meine innere Idee ist, ich darf etwas daraus machen. Täglich, wöchentlich, immer wieder aufs Neue. Ich verstehe das als Verpflichtung, ultimativzu ändern, was zu ändern ist, zu entscheiden, was zu entscheiden ist. Egal, ob es mir gefällt oder nicht.

Ich kann gar nicht absehen, ob eine unliebsame Entscheidung mich nicht in Wirklichkeit viel weiter bringt, als das, was ich so gerne tue. Sich zu weigern bedeutet, sich dem Leben zu verweigern und eventuell auch der zweiten Chance.

Die Verantwortung in meinem Leben trage ich allein. D.h. das Ergebnis davon ist auch direkt mir zu zuschreiben. Das hat nichts mit Schuld oder so was zu tun. Das wäre eine fatale Aussage. die ich nie treffen würde. Verantwortung ist das Zauberwort.

Was Andere sagen – und warum das vielleicht gar nicht stimmt

Die gängige Meinung ist, dass es toll ist, alles überstanden zu haben und dann eben einfach weiter zu machen. Verständlich. Geist und Körper sehnen sich nach Normalität. Alles soll so sein, wie zuvor. Sehr verständlich. Und dennoch fatal.

Die gängige Meinung ist auch, dass solch eine Krise irgendwie über einem ausgeschüttet wurde. Das ist so auch meist nicht zutreffend. Es gab häufig Warnzeichen, die ignoriert oder schön geredet wurden. Manchmal sagten schon die Zahlen: Vorsicht, hier wird es gefährlich. Oder die Warnungen des Arztes, des Ehepartners, der Kinder wurden einfach nicht ernst genommen. Meistens können Menschen da Zuordnungen finden. Ich konnte das auf jeden Fall.

Die gängige Meinung ist auch, „Man ist jetzt zu alt, um sich zu verändern“, “ Man solle sich einfach ausruhen und sich darauf verlassen, dass schon alles gut sein wird.“ oder „Einfach Klappe halten und Ruhe geben.“

Ich glaube das alles nicht, weil ich sehe und fühle, dass das nicht die Wahrheit ist.

Wie zeigt sich das im Alltag?

Die gängige Meinung hat meist nichts mit mir zu tun. Ich respektiere sie und bilde mir meine eigene. Sich vorschreiben lassen, was zu tun ist und wie ich zu denken habe, ist die Abgabe jeden eigenen Wertes und jeglicher Verantwortung. Nachzudenken, sich zu informieren über Lösungen, Gespräche zu führen, sich ggfls. Hilfe zu holen, sind mutige Schritte, die eine Heilung begünstigen.

Die gängige Meinung schiebt die Schuld ins Außen. Das kenne ich gut. Die wirkliche Verantwortung zu übernehmen ist am Anfang hart, wenn man das nicht kennt. Aber es ist eine große Entlastung, denn plötzlich ist es möglich, neue, gute Entscheidungen zu treffen. Ehrlich zu sein, zu sich und anderen und echte Begegnungen zu haben. So erlange ich die Möglichkeit, mein Leben zu kreieren.

Die gängige Meinung, mit 60+ alt zu sein, hält sich hartnäckig. Ja, natürlich altert der Körper und vieles geht nicht mehr wie mit 30 oder 50. Aber deshalb aufs Altenteil zu gehen und aufzugeben. Ist das Pflicht? Oder habe ich die Wahl? Jeder kann entscheiden und ist frei darin.

Ja, Veränderung sind umso schwieriger, je länger ich dem alten Weg schon folge. Aber es ist möglich.

Ich habe mich entschieden, geistig fit und rege zu bleiben. Ich habe einen sehr wachen Geist. Und trage dazu bei, dass es so bleibt, indem ich lerne, lese, diskutiere, wach bleibe, Interesse am aktuellen Geschehen habe, mich aufrege, wenn mir danach ist.

Die gängige Meinung ist oft, dass Krisen etwas Peinliches sind, weil die Person versagt hat und das besser tot zu schweigen ist. Auch das verstehe ich, denn oft hat es tatsächlich diesen Anschein. Meiner Meinung nach hilft und heilt es, zu reden. Damit helfe ich mir und kann Menschen in einer ähnlichen Situation Verständnis und Hilfe geben. Vielleicht einfach nur Zuversicht, dass sie ihre Krise überstehen können. In unserer glattgebügelten Welt gibt es das mehr als man denkt. Sich einbringen mit der ganzen Erfahrung kann für andere sehr heilsam sein.

Die gängige Meinung ist, dass man möglichst nichts von sich erzählen sollte. Es wird als Schwäche ausgelegt, als Versagen, als Fehlverhalten. Damit grenzen sich Menschen selber und andere aus. Das ist schwierig und bleibt dann in der Oberflächlichkeit stecken.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen

Gehe kleine Schritte und gehe sie!

Sei ehrlich zu dir: wo stehst du gerade realitsch. Mach den Check.

Was willst du schon lange erledigen? Und tue es einfach nicht? TUE ES HEUTE!

Wo verschweigst du deine Meinung? Sage dort heute deine Wahrheit!

Was wünschst du mir schon lange? Entscheide dich heute dafür, es zu tun.

Essenz

Mein Kapitel heisst heute „Neuanfang mit 60+“.

Ich lasse mir nicht vorschreiben, was ich tun soll.

Ich treffe eigene Entscheidungen und nehme die Verantwortung dafür. Auch, wenn was schief geht.

Meine innere Überzeugung ist, dass es immer einen Weg und eine Lösung gibt.

Mein Motto ist:Da geht noch was, weißt du.“

Wie heisst das Kapitel, das du gerade in deinem Lebensbuch schreibst?

Hinterlasse hier gerne einen Kommentar.

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