Verschiedene Objekte: Sonne, tanzendes Kind, Tanzende Frau, Zeichen JOY, Text: Ich wähle Freude,

Ich wähle Freude

In meinem Leben gab es gerade schwere Zeiten. Das Jahr 2025 war extrem hart und anstrengend für mich. Eine gesundheitliche Krise zu meistern ist kein Spaziergang, der mal eben zu absolvieren ist. Die Krise zu überwinden ist das eine. Danach kommt eine komische Frage: Und nun?

Oft bleibt von den Sorgen, den Problemen, der angeschlagenen Psyche, der verlorenen körperlichen Fitness ein Rest übrig, der nicht so schnell zu lösen ist. Es bleibt gerade genug Energie, um weiter zu machen und die nächsten Schritte zu gehen. Die Schritte sind eher die notwendigen,die, die nächste Ecke zeigen, ohne dort bereits angekommen zu sein.

Warum Freude nicht von alleine kommt

Warten funktioniert nicht. Da kann man lange warten. In der Hoffnung, dass sich die Freude irgendwann wieder im eigenen Leben einstellt. So ging es mir zumindest. Da zu viel geschehen war, an Behandlungen, Gesprächen, undefinierbaren, ungeklärten Situationen, an Folgen der Therapien, war ich beschäftigt. Damit, wieder eine Kraft zu generieren, die Nebenwirkungen zu ertragen und abzupuffern, sich selbst wieder dem Leben zu nähern.

Der Wunsch nach erneuter Freude, gar Lebensfreude, ist riesig, aber irgendwie nicht umsetzbar. Egal, ob und wie lange ich warte, das Gefühl der Freude kommt einfach nicht. Auch nicht von alleine.

Positiv denken funktioniert da auch nicht

„Jetzt ist es doch vorbei. Freu dich doch.“ „Man muss sich doch freuen, wenn man so eine Krise überstanden hat.“ So ähnlich sind die eigenen Gedanken und die von außen kommenden. Und ja, die sind berechtigt. Sie umzusetzen ist kaum möglich. Für mich war und ist es immer noch schwer.

Meine innere Frage an mich ist: Warum geht das nicht? Warum ist es so schwer?

Ich habe das noch nicht abschließend beantworten können. Ich vermute, dass der Kampf, in dem sich viele befinden, noch anhält, dass die Angst ein ständiger Begleiter bleiben könnte, dass das eigene System so unter Strom steht, dass es fast unmöglich ist, wieder runter zu kommen. Wahrscheinlich gibt es individuell und allgemein viel mehr Begründungen. Diese drei sind schon so stark und aggressiv, dass es kein Wunder ist, dass es schwierig ist Freude zu empfinden.

In der Leere, wenn das System am Ende ist, passiert ein Umdenken:

Von „Ich warte“ zu „Ich wähle“

Wie ist es mit der eigenen Ausrichtung?

Erlaube ich mir, anzuerkennen, was ist? Und mich anzuerkennen in dem, was ich gerade bin? Kann ich ehrlich sehen, in welchem Zustand sich mein Körper, Geist und Seele sich befinden? Gerade stand mein Leben auf der Kippe, besser an der Klippe. Und jetzt braucht es das Umlegen eines Schalters? Wie soll das gehen?

Ehrlich, es geht gar nicht. Noch nicht.

Ich versuche, immer wieder und immer noch, meine innere Haltung zu ändern.

Weg von „Alles ist schwer“, „Ich habe keine Kraft“, „Wie soll ich auf die Füße kommen?“, „Ich bin falsch, weil ich mich nicht mal freuen kann.“

Hin zu “ Im Moment ist es so.“, „Es gefällt mir nicht, aber es wird und kann sich ändern.“, “ Noch ist es schwer, aber morgen ist ein neuer Tag.“, „Welche Lösung habe ich heute?“

Mein Fokus ist entscheidend. Meine innere Ausrichtung gibt mir den Kompass für mein neues Leben. Bin ich bereit und in der Lage, diesen Switch zu leisten? Irgendwann. In meinem Tempo.

Es ist okay, keine Freude zu spüren – aber dann... . Dann lerne ich, erkenne ich, wähle neu.

Wie ich Freude neu lernen muss

Nach dem ersten, langen Klinikaufenthalt hatte ich ein großes Bedürfnis, in den Park zu gehen. Ich spürte eine große Sehnsucht nach Grün, nach Bäumen, nach einer Wiese mit Blumen, nach Bewegung.

Ich wohne nah bei einem Park, ca. 5 Minuten Fußweg. Ich ging los und hatte nicht mal die Kraft, dort anzukommen. Meine Sorge war, wenn ich weitergehe, würde ich wahrscheinlich nicht mehr zurück kommen. Die Erkenntnis war bitter, aber heilsam.

Ich traf eine Entscheidung: Okay, so geht es gerade nicht. Wie geht es dann? Meine Lösung war ziemlich abgefahren: Ich ging zurück, schnappte mir mein Auto, fuhr zum Park und parkte dort. Um dann eine winzige Runde zu laufen. Runde ist stark übertrieben. Ich lief einen kurzen Weg, auf und ab. 50 Meter hin, 50 Meter zurück.

Ich war so glücklich, den blauen Himmel zu sehen, Vögel zwitschern zu hören und das nährende Grün der Natur aufzusaugen. Ich hatte eine so große Freude gepaart mit Dankbarkeit, das erleben zu dürfen.

Freude kommt nicht von alleine – Ich muss Freude wählen.

Ich wähle Freude…

  • + schaue auf das, was gut ist in meinem Leben
  • + erkenne an, was ich geschafft habe
  • + übernehme die volle Verantwortung für alles
  • + entscheide mich dafür immer wieder neu, das Schöne zu sehen
  • + lasse, was ich nicht ändern kann
  • + orientiere mich an dem, was ich ändern kann
  • + wähle gute Gespräche, die mich nähren
  • + begebe mich nicht mehr in Situationen, die mir schaden
  • + gehe in die Natur, die mir so viel Gutes gibt
  • + umgebe mich mit Menschen und Dingen, die mir guttun
  • + bewege mich neu, anders, vorsichtiger: aber ich bewege mich
  • + schaue auf meine Bedürfnisse
  • + lerne, dass im Grunde ich an die erste Stelle in meinem Leben gehöre
  • + achte bewusst auf Ernährung und alles, was in diesen Bereich fällt
  • + achte noch bewusster auf das, was meine Gedanken und meine Gefühle sind
  • + suche mir kleine Freuden, wenn es gerade schwer fällt: einen Blumenstrauß, ein guter Film, ein schönes Buch lesen, meinen Lieblingssong gefühlte 50x am Stück hören, den Wolken zuschauen
  • + sehe, nichts ist so schlecht, dass es nicht etwas Gutes hat
  • + erkenne, das nichts zu klein ist, um nicht eine Freude zu verbergen, die ich nur noch nicht sehe
  • + gebe meine Träume auf keinen Fall auf

Danke für deinen Impuls mit deiner Blogparade, Indira Gupta. Ein Impuls, der auch mich sehr berührt.

Was sind deine Gedanken dazu? Kennst du eine ähnliche Situation?

Erzähle gerne, wie du in der Freude bleibst.

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