Aufgeben ist keine Option vs. Aufgeben ist eine Option
„Aufgeben ist keine Option“ ist ein Satz, den ich selber in mir habe und den ich sowohl höre als auch lese. Ich habe ihn sehr verinnerlicht. Aufgrund meiner Geschichte? Vielleicht. Weil man das so macht? Weil der Mensch sonst irgendwie komisch ist, sowas wie weird, depressiv oder blöd?
Auf jeden Fall habe ich heute komische Gedanken dazu, die ich hier gerne teilen möchte. Wer weiß, vielleicht haben noch andere Menschen solche Gedanken. Sollte das so sein, freue ich mich über einen Kommentar von dir.
Ich habe gekämpft, bevor ich wusste, was kämpfen ist. Als Frühchen im Brutkasten. Ums Überleben.
Und ich habe gewonnen.
Vielleicht sitzt deshalb der Satz „Aufgeben ist keine Option“ so tief in mir. Ich höre ihn, ich lese ihn, ich lebe ihn. Und heute ist plötzlich ein anderer Satz in mir, den mein Hirn kaum fassen kann:
Aufgeben ist eine Option.
Unerhört? Frech? Ich schau mir das mal genauer an….
Die komischen Gedanken ergeben sich aus Drehung, die plötzlich in mir ist: „Aufgeben ist eine Option“. So was wie: „Wie kann man nur?“ wühlt mich auf. Mehr dazu später.
Aufgeben ist keine Option
Diesen Satz lese ich auf Social Media ständig in irgendwelchen Beiträgen. Oder auch in privaten Unterhaltungen fällt er regelmässig. Ich finde, dass er viel Wahrheit hat. Oft ist es so, dass jemand etwas macht und voranbringen will und dann kommen die ersten kleineren oder größeren Probleme. Widerstände im Außen, die Dinge klappen nicht, die Technik funktioniert nicht, das Geld wird knapp, der Frust breitet sich aus. Wir kennen das alle.
Und dann sind da noch die eigenen, inneren Widerstände. Ein Glaubenssatz hält uns auf, unser Fokus ist nicht gut, da wir uns ablenken, wir glauben vielleicht gar nicht an den Erfolg oder haben so große Zweifel, dass die Hürden, die wir überwinden müssen, extrem hoch sind.
Der Hintergrund ist, dass ich mich nicht abhalten lasse, egal, was kommt. Auch Hindernisse, die sich mir in den Weg stellen, sollten mich nicht aus der Ruhe bringen. Ich bleib dran und motiviert. Ich mache weiter und kämpfe bis ich Erfolg habe.
„Je mehr Sätze mir dazu einfallen, umso komischer wird mir zumute und umso mehr Stress fühle ich.“
Als ich mein Atelier für Ausdrucksmalen hatte, konnte ich dies beobachten. Ich wollte das, unbedingt, wusste, es braucht Zeit, Geld, Geduld und weiter arbeiten: „Aufgeben ist keine Option“. Mein Einsatz war groß und hoch, weil ich dran geglaubt habe.
Und irgendwann kommt die bittere Erkenntnis, dass es nicht funktioniert. Trotz vieler Veränderungen und Mühen.
Als nichts mehr ging, blieb mir nur: „Aufgeben ist eine Option.“
Aufgeben ist eine Option
Plötzlich war dieser Satz in meinem Kopf, weil in mir war, dass aufgeben natürlich immer eine Option ist. Warum denn auch nicht? Wer bewertet das denn? Wer will wissen, worum es gerade geht für mich oder eine andere Person? Wem steht ein Urteil diesbezüglich zu?
Aufgeben ist bewertet? So scheint es mir. In mir, in Anderen, in der Welt da draußen? Wer aufgibt, hat versagt. Oder ist nicht motiviert genug? Kann nicht genug kämpfen und nicht genug Einsatz zeigen? Resigniert schnell oder zu früh? Vielleicht ist es ein Abbrecher, der sich nicht durchsetzen kann, der eher kapituliert? Eine lange Liste von Möglichkeiten, die es geben kann und die wahr sind oder auch nicht. Wer will das letztendlich beurteilen?
Was, wenn es vielleicht genauso ist? Vielleicht aber auch ganz anders?
Wenn hinter den Sätzen und der Forderung nicht aufzugeben, etwas steht, das nicht meine Wahrheit ist. Die Wahrheit, dass es wichtig ist, zu kämpfen und dass es immer ein Kampf ist, denn es geht um Erfolg, um ein Weiter, um Geld verdienen, das eigene Leben zu sichern, ums Überleben? Vielleicht geht es auch nur um einen Moment, eine kurze Aufnahme, die dennoch wichtig ist für mich
Aufgeben ist eine Option. Nicht immer ist der Weg, den ich gerade gehe, richtig und erfüllend für mich. Eventuell ist er sogar grundsätzlich falsch, weil ich etwas folge, das mir nicht entspricht. Sind es Ziele, die gar nicht meine sind oder ein Wunsch, den ich mir ausgedacht habe, um einem Wunsch zu folgen? Eine Vision, die mir in Teilen oder im Ganzen gar nicht entspricht? Die Frage, was ich ehrlich will, kann ich vielleicht gar nicht beurteilen? Oder es ist ein grundlegender Fehler in meinen Gedanken. Vielleicht führe ich einen Schattenkampf mit mir. Einen Kampf, um des Kämpfens willens. Einer, der mir gar nicht entspricht, eigentlich. Aber ich bin es so gewohnt, zu kämpfen, dass es eine Selbstverständlichkeit zu sein scheint, weiterzumachen. Auch, wenn das zu einer dauerhaften, tiefen Erschöpfung führt. Zu etwas, was gar nicht mehr zu kontrollieren ist, was auch keinen Spaß macht. Und mich in keiner Weise weiter bringt.
All das führt zu nichts. Besser gesagt zu keinen Ergebnissen, die befriedigend sind. Vielleicht ist das auch nicht der Sinn eines solchen Prozesses.
Das bedeutet, dass das Sinnvollste, das ich tun kann nach diesen Erkenntnissen, ist, aufzuhören und ehrlich aufzugeben. Aufgeben ist hier nicht nur eine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit, die in diesem Fall überlebensnotwendig ist. Diese Option ist ehrlich, notwendig und mutig.
Da geht noch was, weißt Du
Dieses Motto durchzieht mein Leben. Immer wieder und schon lange. Es zeigt oder scheint zu zeigen, dass aufgeben daran keinen Platz hat und nicht vorkommt.
Was, wenn genau dann was geht und Neues möglich ist, wenn ich aufgebe.
Essenz
Aufgeben ist keine Option macht sehr viel Sinn im Leben. Um weiterzugehen und nicht bei Kleinigkeiten oder anderen Widerständen aufzugeben. Sich durchbeißen und für den eigenen Erfolg zu kämpfen lohnt sich. Es ist auch sehr bereichernd, den inneren Schweinehund zu besiegen, sich auf die Schulter zu klopfen und den Erfolg einzuheimsen, der daraufhin entsteht.
Aufgeben ist eine Option hat ebenso eine große Berechtigung. Manchmal ist es notwendig aufzugeben, sich hinzugeben, zu erkennen, dass kämpfen keine Option mehr ist. Dass der Weg, sich einen fiktiven Erfolg zu erkämpfen, zu anstrengend ist, zu viel kostet, auf allen Ebenen. Dass es ein alter Weg ist, vielleicht einer, mit dem ich schon aufgewachesen bin, den ich von klein auf gelernt habe.
Bei mir ist es der Kampf, den ich schon als Frühchen im Brutkasten gekämpft habe. Natürlich ohne ein Bewusstsein dazu zu haben. Aber es ist schlicht ein (Über-)Lebenskampf. Der erfolgreich war und daher eine wundersame und große Berechtigung hat.
Was, wenn das zum Dauerzustand wird und zur Gewohnheit, weil es ja erfolgreich war.
Was, wenn es nicht klar ist, diesen Zustand so tief in sich zu haben, dass ein Mensch glaubt, das ist der einzige Weg, um einen Erfolg kreieren zu können.
Was, wenn damit das Grundmuster des eigenen Lebens festgelegt ist, aus dem man mit Mühe raus kommt oder auch nicht.
Was, wenn daraus resultiert, dass aufgeben die einzigste und notwendigste Option ist, die eigentlich das eigene Überleben sichert.
Klingt schräg. Ist schräg.
Aufgeben als die Option, sich dem Leben hinzugeben statt dem Überleben.
Und du? Was hast du schon einmal aufgegeben, und was hat es dir geschenkt?
Schreib es mir gern in die Kommentare. Ich bin gespannt….
Hier findest du mein Freebie.

Dr. Martina Riedel Über mich: Ich komme aus der klassischen Schulmedizin und da ich viele Fragen hatte, die mir dort nicht beantwortet wurden, habe ich mich interessiert für und fortgebildet in ganzheitlichen Heilweisen, Kunst als Möglichkeit zur eigenen Heilung, in energetischen Heilweisen und Persönlichkeitsentwicklung. Als Mentorin und Anschubserin ist es mein Ziel, Menschen zu helfen, Zusammenhänge zu erkennen. Ein Wechsel der Perspektive, verbunden mit einer positiven Einstellung, kann wie ein starker Katalysator für eine Heilung sein. Da ich selbst zwei Krebsdiagnosen erfahren habe, weiß ich, wie groß die Bedrohung für die Person ist. Die Antworten und Lösungen sind oft nur einen Schritt entfernt. Dabei unterstütze ich Sie gerne. Hier erfahren Sie mehr über mich.
