In diesem Jahr hatte ich Schwierigkeiten, mein Motto auszusuchen und festzulegen. Ich hatte viele Gedanken und Ideen. Also habe ich mich entschieden, es nicht bei einem Motto, meinem 1. Motto für 2026 : „Freude PUR! zu belassen, sondern schlicht ein 2. Motto für 2026 zu wählen: „I choose myself“. Die beiden stehen nicht im Gegensatz zu einander, sondern sie ergänzen sich nach meinem Gefühl.

Wie das klingt?!?!?!

Mein erstes Gefühl war: wow, ja, genau, das ist es, das will ich, das brauche ich jetzt. An dem Punkt stehe ich schlicht. Mein zweiter Gedanke war: OMG, das klingt abgefahren. Wirkt das nicht egoistisch? Ich bin im Grunde ein Giver. Das tue ich dann nicht mehr? Bin ich dann komplett auf mich gestellt und allein? Habe ich dann einen Wert? Für irgendwas und irgendjemanden? Wie fühlt sich das Leben als Super Egoist denn so an? Beides zusammen geht ja nicht: geben und sich selbst wählen widerspricht sich zutiefst. Oder vielleicht nicht?

Sprich: Nach meiner anfänglichen Begeisterung schnappt sofort die Falle der Bewertung zu. Die eigene Bewertung vor allem. Es ist die, die sich fragt, besser gesagt, die mich hinterfragt und in Frage stellt. Aber auch die Angst vor der Bewertung im Außen.

  • Hast Du noch alle Tassen im Schrank?
  • Wie verrückt muss man sein, um sich selbst in den Mittelpunkt des Universums zu stellen?
  • Mehr Egoismus geht ja wohl nicht!
  • Es kommt doch auf das Wir an.
  • Du hast immer so nett gegeben, warum jetzt nicht mehr?
  • Du hast Dich so verändert.
  • Du warst doch immer so nett.
  • Du fühlst Dich doch so wohl, zu machen, was andere sagen?
  • Die Welt braucht Giver. Da kannst Du jetzt nicht raus aus der Nummer.

Wie könnte ich sonst noch denken?

Der Ursprung

Wie wäre es, wenn ich meine eigenen Gedanken und Geschichten hinterfrage? Und mein Verhalten? Nicht, dass jetzt alles schlecht war, aber……. . Oh, ja, die ABERs in meinem Leben. Sie wirken.

Die Geschichten, die wir uns über uns selbst erzählen, sind doch meist die größten Unwahrheiten und Lügen. Es sei denn, wir sind anders geprägt, was für die meisten Menschen leider nicht gilt. Das bedeutet, dass wir vielleicht gehört haben, dass wir etwas nicht können oder dazu kein Talent haben. D.h. wir probieren es schonmal gar nicht aus. Ein möglicher Erfolg kommt dann in unseren Gedanken gar nicht vor, sondern erscheint befremdlich. Ob das wirklich stimmt, haben wir meist versäumt zu hinterfragen. Wir haben es geglaubt, was uns jemand über uns mitteilt. Wir haben auch versäumt zu hinterfragen, ob die Person es wirklich gut mit uns meint oder ob die Motivation eine ganz andere ist, die rein nichts mit uns zu tun hat. Als Kind waren wir dazu selbstverständlich nicht in der Lage. Weder vom Gefühl noch vom Intellekt. Wir haben vertraut, unserer Familie, unserer Umgebung, der Schule, dem Leben. Alles zu glauben, was von außen auf uns einprasselt, war normal, denn wir vertrauen als Kinder. So stark, dass wir jede Aussage über uns glauben, meist ohne sie zu hinterfragen. Wir nicken sie ab, sie wirkt bis zum Sankt-Nimmerleinstag, bis uns ein Ereignis, eine Person oder ein Zufall uns aufwachen und hinterfragen lässt, was wir über und annehmen.

Das Neue

Natürlich kann ich alles hinterfragen, suchen, wo es her kommt, erforschen, in welchem Zusammenhang das gesagt wurde. Für mich ist das eine Version, die alles hoch spült und leider die Vergangenheit immer und immer wiederholt. Daraus etwas Neues zu entwickeln fand ich schwer. Das Neue könnte sein, aha, da zeigt sich ein Spiegel. Etwas triggert mich. Ich rege mich auf über eine Person oder Situation. Diesen Trigger kann ich hinterfragen, abgleichen mit meinem Leben und prüfen, ob mir das öfters passiert. Wenn ja, scheint es was mit mir zu tun zu haben. Daraus kann ich eine Bewusstheit entwickeln über Ereignisse in meinem Leben. Und ja, es scheint wichtig zu sein, abzugleichen, woher ich das kenne: ist das etwas, das ich von Mutter/Vater/Geschwister gehört habe? Oder von jemandem? Habe ich das übernommen? Vom wem? Wem wollte ich damit gefallen? Die Bewertung darf wegfallen. Das reine Bewusstsein ist oft schon eine Möglichkeit, um eine neue Entscheidung zu treffen.

Und ja, diese Prozesse klingen einfach und sind doch energie- und zeitraubend, muss man doch immer wieder hinterfragen, was das gerade im eigenen Leben geschieht. Hilfe dabei zu haben, sei es von Partner, Freunden, Coach oder Therapeuten macht Sinn. Das wird jeder Mensch für sich entscheiden.

Alt vs. Neu

In meinem Leben habe ich mich viel im Außen bewegt und nach dem Außen gerichtet. So wurde ich geprägt, so habe ich gewählt und so war ich es gewohnt. Das entsprach auch der damals aktuellen Erziehung. Das war auch in manchen Teilen, wie z.B. beruflich notwendig, um dort erfolgreich zu sein und etwas zu erreichen. Was ich damit sagen will, ist, dass das nicht immer schrecklich oder falsch ist. So zumindest für mich. Meine neue Wahl ist anders geartet. Viele Wege und Richtungsänderungen, innere Prozesse waren dazu notwendig. Meine Entscheidung dazu ist gewachsen und getroffen.

Die wichtigste Person in meinem Leben bin ich und niemand anders. Wie soll ich Kraft haben für mein Leben, wenn ich mich nicht um mich kümmere? Wie will ich geben, wenn ich mir nicht gebe? Um wirklich geben zu können, ist es wichtig, die Motivation dafür zu prüfen. Aus welchem Grund helfe ich oder bringe ich mich ein? Ist das ein wirkliches Geben, oder ist es an Bedingungen geknüpft, wie Anerkennung, gesehen werden? Wenn das der Fall ist, kann es sein, dass Geben zur Bürde wird, denn es bleibt meistens einseitig. Der Gegenpart fehlt: der des Nehmens und Annehmens. Die Gefahr in meinem Leben ist, dass ich Erwartungen habe, Forderungen, die ja niemand erfüllen will oder muss. Auch ich bin nicht auf der Welt, um Forderungen von anderen Menschen zu erfüllen. Keiner muss das.

I choose myself!

  • Von ganzem Herzen wähle ich mich und mein Leben. Mit allem, was war, was ist und was sein wird.
  • Ich wähle mich, in der Sicherheit, meine Geschichten, die ich abgenommen und geglaubt habe, nicht umschreiben zu können, aber vollkommen anders betrachten und sie damit anders in einen neuen Kontext setzen zu können. Dazu benötige ich eben eine neue Wahl, dass ich an erster Stelle stehe.
  • Ich wähle, dass ich selbst zu jedem Zeitpunkt richtig war.
  • Ich wähle die Anerkennung für mich in meinen Beziehungen, Handlungen, Situationen, die ich jemals in meinem Leben erfahren habe.
  • Ich wähle die Anerkennung, auch wenn ich anerkenne, dass mir vieles davon nicht gefallen hat oder ich auch nicht stolz darauf war.
  • Ich wähle, dass nichts in meinem Leben jemals falsch war.
  • Ich wähle, dass die Liebe zu mir extrem wichtig ist und die Grundlage für alles ist.

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