Und wieder ist die Zeit für eine Blognacht gekommen. Anna Koschinski lädt ein: eine Gruppe von Gleichgesinnten schreibt eine Nacht zusammen und nutzt den gemeinsamen Flow beim Schreiben. Ich mag diese Art der gemeinsamen Arbeit. Ein Themenvorschlag, der mich spontan so gar nicht anmacht. Mal sehen, was daraus entsteht.

Zeitumstellung
Eine Stunde bekomme ich geschenkt, wenn die Zeit umgestellt wird. Die Umstellung im Frühjahr nimmt mir eine Stunde, die im Herbst gibt mir eine dazu. Auf diese Umstellung freue ich mich besonders. Die Zeit entspricht mehr meinem inneren Rhythmus und Kompass. Damit fühle ich mich wohl und habe nicht das Gefühl, einem künstlichen Konstrukt aufzusitzen. Die Umstellung im Frühjahr wirkt unecht, nicht realistisch. In jedem Jahr leide ich darunter und brauche mindestens 1 Woche, um mich umzustellen. Der körperliche Stress ist mir zu groß. Schlafstörung, Umstellung der Essenszeiten, regelmässige Irritationen am Abend und Morgen wegen anderer Zeiten von Helligkeit und Dunkelheit.
Ja, ich kenne das Argument, dass es eine Stunde länger hell ist und dass man viel mehr machen könne in deser Zeit. Das war in Zeiten witzig, als ich viel Zeit im Sommer in einem Biergarten verbracht oder am Abend noch Sport getrieben habe. Aber so ganz kann ich das nicht nachvollziehen, denn der Tag hat schlicht 24 Stunden.

Mehr Zeit haben
Wie wäre es, jeden Tag eine Stunde geschenkt zu bekommen? D. h. dass der Tag eine Stunde mehr hätte, statt 24 sind es dann 25 Stunden. Heute ist es mir nicht mehr wichtig, da ich genügend Zeit habe. Als Ruhständlerin hetze ich nicht mehr von Termin zu Termin. Die Zeiteinteilung ist frei und nicht mehr so sehr von äußeren Umständen abhängig. Ich denke, dass ich vermutlich noch mehr in meinen Tag gepackt hätte, wäre eine Stunde mehr da gewesen. Dies Gefühl, so dringend mehr Zeit zu benötigen, hätte eine Kaskade an höheren Ansprüchen ausgelöst. Ob mir das gut getan hätte, wage ich zu bezweifeln.

Eine zusätzliche Stunde der Kreativität
Eine Stunde geschenkt bekommen. Meint, eine Stunde zu verbringen mit etwas, das schön ist und besonders viel Spass macht. In der ich etwas erlebe, das mir große Freude bereitet, sodass ich das Gefühl habe, die Zeit steht still. Ich versinke tief in einer Tätigkeit, die aufregend oder auch geruhsam ist. Auf jeden Fall kreativ. Als ich viel gemalt habe, habe ich solche Erlebnisse gehabt. Das tiefe Eintauchen in einen Prozess mit Farben und Leinwand war so faszinierend, dass ich Zeit und Raum vergessen habe. Jeder Pinselstrich hat mich zu etwas Neuem geführt, das wiederum eine komplett andere Perspektive aufgemacht hat. So ging es weiter und weiter. Bis zum Schluss ein Werk herauskam, das sich entwickelt hat und von großer Intensivität war.
Dieser Zustand erinnert mich an meine Kindheit und allgemein an Kinder. Ich war im Moment, nur mit dem beschäftigt, was gerade ist. Keine Gedanke an gestern oder an morgen, kein Muss, Soll, Könnte, Hätte. Keine Sorge, Suchen, Finden. Einfach pures Sein. Wenn ich kreativ war, war das mein Erleben. Nach Stunden bin ich aufgetaucht aus diesem Zustand. Ich hatte das Gefühl, als wäre gerade mal eine Stunde vergangen, obwohl viel mehr Zeit vergangen ist. Im Rückblick klingt es, als hätte ich eine Stunde bzw. Zeit geschenkt bekommen.

Geschenkte Zeit im Kontakt
Eines meiner liebsten Geschenke, das ich gebe, ist die geschenkte Stunde an eine Freundin oder einen Menschen, den ich schätze. Ein Gespräch, einen Kaffee trinken, ein Shopping Ausflug- es gibt viele Möglichkeiten. Ich mag es, in Kontakt zu sein, einen ehrlichen Austausch zu haben, ein gutes Gespräch zu führen. Sich dafür Zeit zu nehmen, ist eine geschenkte Stunde. Diese Stunde zu empfangen ist ebenso berührend und begnadet. Wunderbare Momente entstehen, wenn die Zeit reicht und für einander gegeben ist.
Ständig auf die Uhr schauen zu müssen, weil bereits der nächste Termin wartet, macht dabei nicht so viel Spass. Da die Verpflichtungen der meisten Menschen vielschichtig sind, bleibt oft nur ein kurzes Treffen, in dem die eine oder andere Person mit den Gedanken schon woanders ist. Das ist sehr verständlich. Ich hatte solche Situationen selber oft. Daraus resultiert eine Unzufriedenheit und das Gespräch kann eine seltsame Wendung nehmen.

Umso schöner ist es, sich eine Stunde Zeit zu schenken. Was für eine Freude. Schenken wir einander Eine Stunde Zeit. Glückwunsch!


Dr. Martina Riedel Über mich: Ich komme aus der klassischen Schulmedizin und da ich viele Fragen hatte, die mir dort nicht beantwortet wurden, habe ich mich interessiert für und fortgebildet in ganzheitlichen Heilweisen, Kunst als Möglichkeit zur eigenen Heilung, in energetischen Heilweisen und Persönlichkeitsentwicklung. Als Mentorin und Anschubserin ist es mein Ziel, Menschen zu helfen, Zusammenhänge zu erkennen. Ein Wechsel der Perspektive, verbunden mit einer positiven Einstellung, kann wie ein starker Katalysator für eine Heilung sein. Da ich selbst zwei Krebsdiagnosen erfahren habe, weiß ich, wie groß die Bedrohung für die Person ist. Die Antworten und Lösungen sind oft nur einen Schritt entfernt. Dabei unterstütze ich Sie gerne. Hier erfahren Sie mehr über mich.

Liebe Martina,
wie schön das war, dich eben in der Blognacht einmal wieder online zu sehen! Und erstaunlich, wir haben zwei Aspekte der geschenkten Stunde übereinstimmend für uns erkannt: Das Geschenk guten Austauschs und dass letzendlich wir es sind, die uns dieses Geschenk machen können.
In diesem Sinne: Auf noch viele gute Gelegenheiten, die wir finden, nutzen und schätzen!
Herzliche Grüße
Gabi
Liebe Gabi, herzliche Dank für Dein Feedback.
Ja, genau. Wir beschenken uns und andere und finden gute Gelegenheiten dazu.
Herzliche Grüße Martina
Hallo Martina,
was für ein schöner Satz „Kreativität schenkt Zeit“
Es ist bewundernswert, wenn jemand so voll und ganz in seinem kreativen Tun versinken kann, dass er die Zeit vergisst! Solche Momente sollte man sich bewahren.
Das ist ein schöner Denkanstoß!
Liebe Grüße aus dem Mausloch
https://mausloch.blogspot.com/2026/03/die-geschenkte-blognacht.html
Herzlichen Dank, Sabine, für Dein schönes Feedback. Das freut mich sehr.
Liebe Grüße ins Mausloch. Martina